Familie Mikucki – drei Generationen besuchen Gedenkstätte, um Antoni Mikucki zu gedenken
Zu einem Familientreffen der besonderen Art kam es am vorletzten Augustwochenende, als sich Familienmitglieder der Familie Mikucki aus drei Ländern und drei Generationen trafen, einzig um ihrem verstorbenen Familienangehörigen Antoni Mikucki auf dem KZ-Ehrenfriedhof zu gedenken und insbesondere den jüngsten Mitgliedern, seinen Urenkelinnen, sein trauriges Schicksal vor Augen zu führen. Im Einzelnen reisten Antonis Sohn Roman, dessen Söhne Maciej und Marcin sowie deren Töchter Barbara, Julia, Karolina and Natalia aus England, den Niederlanden und Polen an.

Antoni Mikucki wurde am 22. September 1915 in Iwieniec, heute in Weißrussland gelegen, geboren. Er stammte aus einer Mittelklassefamilie und hatte zwei Schwestern. Von Beruf war er Schreiner und in den 1930er Jahren zog seine Familie nach Warschau. Nach seinem Wehrdienst zwischen 1936 und 1938 heiratete er am 26. Dezember 1941 seine Frau Wanda. Das Paar bekam zwei Söhne – Tomasz (*1941) und Roman (*1944). Er ging in den Widerstand gegen die Nazi-Besatzer und kämpfte im Warschauer Aufstand gegen sie. Am 8. August 1944 wurde er festgenommen und kam über die KZ-Lager Auschwitz, Natzweiler (Häftlingsnummer 32607) und Dautmergen am 20. November 1944 ins Lager nach Vaihingen/Enz. Dort starb er am 27. Februar 1945 etwa 40 Tage vor der Befreiung des Lagers, wahrscheinlich an Typhus. Er wurde nicht einmal 30 Jahre alt.
Bei der Begrüßung und der Erklärung der Geschehnisse im Glattbachtal zwischen August 1944 und April 1945 konnten viele Informationen weitergegeben werden, so dass die jüngeren Generationen die Umstände von Antonis Lebensende jetzt besser nachvollziehen können.
Die Führung auf Englisch übersetzte eine der Urenkelinnen auf Polnisch. Danach besuchte die Familie die Medieninstallation. Der wichtigste Teil aber war der Besuch des KZ-Ehrenfriedhofs, wo an der Namensstele mit Antonis Namen eine Kerze als Zeichen der Erinnerung und des Gedenkens aufgestellt wurde.

Gemeinsam mit Klaus Laxen und Rainer Mayer vom Gedenkstättenverein ging die ganze Familie noch zusammen in ein Café, wo besonders Roman Mikucki in seiner Rede die Wichtigkeit des Besuchs der gesamten Familie herausstellte und die Arbeit der Gedenkstätte sehr lobte. Sie sei ein wichtiges Zeichen der Völkerverständigung und für das freiheitliche Europa. Nach rund drei Stunden ging das emotionale Treffen zu Ende. Obwohl der Anlass ein trauriger war, ging man zuversichtlich und mit der Absicht, sich wieder zu treffen, auseinander.